Saxenda Spritze (Liraglutid)
Wirkung, Anwendung, Nebenwirkungen und häufige Fragen zu Saxenda
Diese Seite wurde von
Dr. Nicolette Lammers geprüft.
Was ist Saxenda?
Saxenda ist ein injizierbares Medikament mit dem Wirkstoff Liraglutid. Es wird ergänzend zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung zur Gewichtsregulierung bei Adipositas oder bei Übergewicht mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung eingesetzt. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten, beeinflusst Appetit und Sättigungsgefühl und wird einmal täglich mit einem Fertigpen unter die Haut injiziert.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Saxenda wirkt, für wen es infrage kommt, wie die Anwendung abläuft und was bei Nebenwirkungen, Kosten, Erstattung und dem Absetzen wichtig ist. Mehr zur schrittweisen Dosissteigerung lesen Sie auf unserer Seite Saxenda Dosierung. Wenn Sie sich für eine ärztlich begleitete Behandlung interessieren, können Sie sich an unseren Standorten oder online per Videosprechstunde beraten lassen.
Für wen ist Saxenda geeignet?
Saxenda ist für Erwachsene gedacht, bei denen eine Behandlung mit Liraglutid medizinisch sinnvoll ist. Dazu gehören Erwachsene mit Adipositas sowie Erwachsene mit Übergewicht, wenn zusätzlich mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt, zum Beispiel Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Prädiabetes, Typ-2-Diabetes oder Schlafapnoe.
Ob Saxenda infrage kommt, hängt nicht nur vom BMI ab. Entscheidend sind auch Vorerkrankungen, aktuell eingenommene Medikamente, die bisherige Gewichtsverlaufskontrolle und die Frage, ob eine medikamentöse Unterstützung im individuellen Fall medizinisch sinnvoll und sicher ist.
Für welche Anwendung ist Saxenda zugelassen?
Saxenda ist zur Gewichtsregulierung zugelassen und wird ergänzend zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung eingesetzt. Auf dieser Seite steht die Anwendung bei Erwachsenen im Mittelpunkt. Die Behandlung sollte nur fortgeführt werden, wenn unter der Therapie ein ausreichender Nutzen erreicht wird und die ärztliche Bewertung weiterhin dafürspricht.
Wie wirkt die Saxenda-Spritze?
Saxenda enthält den Wirkstoff Liraglutid. Er gehört zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten und ahmt die Wirkung eines natürlichen Darmhormons nach, das unter anderem an der Regulation von Appetit und Sättigung beteiligt ist. Dadurch kann das Hungergefühl sinken, das Sättigungsgefühl länger anhalten und die Kalorienaufnahme reduziert werden.
Zusätzlich verlangsamt Liraglutid die Magenentleerung. Das ist einer der Gründe, warum Mahlzeiten bei vielen Patient:innen länger sättigen. Mehr zur medizinischen Einordnung dieser Wirkstoffklasse lesen Sie auch im Beitrag GLP-1-Agonisten: Zulassung und Off-Label-Use.
Dosierung und Anwendung
Saxenda wird einmal täglich unter die Haut injiziert. Die Behandlung beginnt in der Regel mit einer niedrigen Startdosis, die schrittweise gesteigert wird, um die Verträglichkeit zu verbessern. Welche Dosis geeignet ist, wie schnell gesteigert wird und ob die Behandlung fortgeführt werden sollte, wird immer von einer Ärztin oder einem Arzt festgelegt.
Die Injektion erfolgt in Bauch, Oberschenkel oder Oberarm. Sie kann unabhängig von den Mahlzeiten verabreicht werden, sollte aber möglichst täglich etwa zur gleichen Zeit erfolgen. Um Reizungen an der Haut zu vermeiden, sollten die Injektionsstellen regelmäßig gewechselt werden.
Wo kann ich Saxenda kaufen?
Saxenda ist verschreibungspflichtig und in Deutschland nur mit ärztlicher Verordnung in Apotheken erhältlich. Vor dem Kauf sollte immer medizinisch geprüft werden, ob das Medikament geeignet ist und ob eine Behandlung mit Liraglutid im individuellen Fall sinnvoll ist. Einen Überblick zu den aktuellen Kosten und Programmen finden Sie auf unserer Seite Preise für medizinisches Abnehmen.
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Wer hat Saxenda entwickelt?
Hersteller
Saxenda wird von Novo Nordisk entwickelt und vermarktet. Der Wirkstoff Liraglutid gehört zu den etablierten GLP-1-Rezeptoragonisten und wird im Rahmen des Gewichtsmanagements ergänzend zu Ernährung und Bewegung eingesetzt.
Verfügbarkeit in Deutschland
Saxenda ist in Deutschland verschreibungspflichtig erhältlich. Die Anwendung erfolgt einmal täglich mit einem Fertigpen. Ob die Behandlung begonnen oder fortgeführt werden sollte, muss immer ärztlich entschieden werden. Wenn Sie sich vorab über aktuelle Entwicklungen in der Stoffwechselmedizin informieren möchten, finden Sie im Beitrag GLP-1 und Dual-Agonisten in der aktuellen Forschung weitere Hintergründe.
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Saxenda gehören vor allem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen. Solche Beschwerden treten besonders zu Beginn der Behandlung oder während der Dosissteigerung auf und lassen bei vielen Patient:innen mit der Zeit nach. Der Grund dafür ist unter anderem, dass Liraglutid Appetit, Sättigung und Magenentleerung beeinflusst.
Daneben können je nach individueller Situation weitere Beschwerden auftreten, zum Beispiel Aufstoßen, Blähungen, Refluxbeschwerden, Kopfschmerzen oder Reaktionen an der Injektionsstelle. Einen ausführlicheren Überblick finden Sie auf unserer Seite zu Saxenda Nebenwirkungen.
Wann sollte ärztlich reagiert werden?
Starke oder anhaltende Bauchschmerzen, deutliche Flüssigkeitsverluste durch Erbrechen oder Durchfall, Anzeichen einer allergischen Reaktion oder Beschwerden, die sich rasch verschlechtern, sollten zeitnah medizinisch abgeklärt werden. Das gilt besonders dann, wenn bereits Vorerkrankungen bestehen oder gleichzeitig andere Medikamente eingenommen werden.
Sicherheit, Wechselwirkungen und Gegenanzeigen
Vor Beginn der Behandlung sollten bestehende Erkrankungen und alle aktuell eingenommenen Medikamente ärztlich besprochen werden. Saxenda kann die Magenentleerung verzögern und dadurch die Aufnahme anderer Arzneimittel beeinflussen. Das kann vor allem zu Beginn der Therapie und während der Dosissteigerung relevant sein.
Besondere Vorsicht ist unter anderem bei bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen, bei einer Vorgeschichte von Pankreatitis, bei Gallenblasenerkrankungen sowie vor geplanten Eingriffen mit Vollnarkose oder tiefer Sedierung wichtig. Auch wenn Saxenda nicht zur Behandlung von Typ-2-Diabetes gedacht ist, sollten Stoffwechselerkrankungen und Begleitmedikation immer in die ärztliche Beurteilung einbezogen werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft wird Saxenda nicht empfohlen. Wenn eine Schwangerschaft geplant ist oder eintritt, sollte die Behandlung ärztlich besprochen und gegebenenfalls beendet werden. Auch in der Stillzeit sollte die Anwendung nur nach individueller medizinischer Bewertung erfolgen.
Wenn Sie die vollständigen Angaben zu Anwendung, Warnhinweisen und Gegenanzeigen nachlesen möchten, finden Sie weitere Informationen im Beipackzettel von Saxenda.
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Worin unterscheidet sich Saxenda von anderen Medikamenten?
Saxenda vs. Wegovy
Beide Medikamente werden zur Gewichtsregulierung eingesetzt, unterscheiden sich aber im Wirkstoff und in der Anwendung. Saxenda enthält Liraglutid und wird einmal täglich injiziert. Wegovy enthält Semaglutid und wird einmal wöchentlich angewendet. Wenn Sie sich für eine wöchentliche Behandlung mit Semaglutid interessieren, finden Sie weitere Informationen auf unserer Seite zu Wegovy.
Saxenda vs. Mounjaro
Mounjaro enthält Tirzepatid und wirkt nicht nur über GLP-1, sondern zusätzlich über den GIP-Rezeptor. Saxenda wirkt ausschließlich als GLP-1-Rezeptoragonist. Auch die Anwendung unterscheidet sich: Saxenda wird täglich injiziert, Mounjaro einmal pro Woche. Mehr zur Einordnung finden Sie auf unserer Seite zu Mounjaro.
Saxenda vs. Ozempic
Ozempic und Saxenda gehören beide zur Gruppe der GLP-1-basierten Medikamente, sind aber für unterschiedliche Hauptanwendungen gedacht. Ozempic wird in erster Linie bei Typ-2-Diabetes eingesetzt, während Saxenda auf die Gewichtsregulierung ausgerichtet ist. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zu Ozempic.
Erstattet die Krankenkasse Saxenda?
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Saxenda in Deutschland in der Regel nicht. Hintergrund ist, dass Arzneimittel zur Abmagerung, Appetitzügelung oder Regulierung des Körpergewichts gesetzlich von der Versorgung ausgeschlossen sind. Was das konkret bedeutet und welche Unterschiede es zwischen gesetzlicher und privater Versicherung geben kann, lesen Sie auf unserer Seite Abnehmspritze & Krankenkasse.
Wie kann ich Saxenda absetzen?
Saxenda sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt oder verändert werden. Ob die Behandlung beendet, pausiert oder angepasst wird, hängt unter anderem von Verträglichkeit, Behandlungsziel und dem bisherigen Therapieverlauf ab. Gerade bei einer längerfristigen Anwendung ist eine ärztlich begleitete Entscheidung sinnvoll.
Wichtig ist außerdem, dass die Behandlung regelmäßig überprüft wird. Wenn unter der Erhaltungsdosis kein ausreichender Nutzen erreicht wird, kann es medizinisch sinnvoll sein, die Therapie zu beenden und das weitere Vorgehen neu zu bewerten.
Häufig gestellte Fragen zu Saxenda
Wie viel Gewicht kann man mit Saxenda verlieren?
Wofür steht GLP-1?
Wer darf Saxenda verschreiben?
Wie schnell wirkt Saxenda beziehungsweise Liraglutid?
Wie lange reicht ein Saxenda-Pen?
Wie lange kann man Saxenda verwenden?
Übernimmt die Krankenkasse Saxenda?
Kann man Saxenda in der Schwangerschaft anwenden?
Was ist der Unterschied zwischen Saxenda und Wegovy?
Was ist der Unterschied zwischen Saxenda und Mounjaro?
Quellen
- European Medicines Agency (EMA). Saxenda: EPAR Product Information (deutsch, PDF). Dokument ansehen .
- European Medicines Agency (EMA). Saxenda: EPAR Overview. Seite ansehen .
- European Medicines Agency (EMA). Saxenda: EPAR Summary for the Public (deutsch, PDF). Dokument ansehen .
- Offizielle Saxenda-Webseite. Saxenda Deutschland. Seite ansehen .
- Pi-Sunyer X, Astrup A, Fujioka K, et al. A Randomized, Controlled Trial of 3.0 mg of Liraglutide in Weight Management. New England Journal of Medicine. 2015. Studie ansehen .