Home / Blog / Wie sich „Abnehmspritzen“ auf den Blutzucker auswirken und wie Ernährung stabilisieren kann

Wie sich „Abnehmspritzen“ auf den Blutzucker auswirken und wie Ernährung stabilisieren kann

Für Teilnehmende eines Programms zur medizinischen Gewichtsreduktion haben sich die
sogenannten „Abnehmspritzen“, bekannt unter den Namen Ozempic (Semaglutid), Mounjaro
(Tirzepatid) und Wegovy (Semaglutid), zu einem wichtigen Werkzeug entwickelt. Die Wirkstoffe
hemmen den Appetit, erhöhen das Sättigungsgefühl und führen oft zu großem Gewichtsverlust.
Außerdem können Sie den Blutzucker beeinflussen.

Kurzüberblick: Was die Medikamente am Blutzucker machen

  • Senkung der Blutzuckerwerte und die Verbesserung des Langzeitblutzuckerwertes
    (HbA1c) sind typische Effekte der Wirkstoffe (das zeigt sich sowohl in Diabetes- als auch
    in Adipositas-Studien).
  • Auch zeigen Studien als gewünschten, positiven Effekt nicht nur die Gewichtsreduktion,
    sondern auch eine anhaltend verbesserte Blutzuckereinstellung über Monate bis Jahre.
    Bei Personen mit Prädiabetes/Adipositas kann sich der Medikamenteneinsatz präventiv
    auf die Entstehung von Typ-2-Diabetes auswirken.

Was bedeutet das praktisch für Sie im Programm?

Blutzuckermonitoring und Ernährung als Stabilitätsanker

Auch die Ernährung kann starke Blutzuckeranstiege deutlich abmildern. Das ist besonders
hilfreich, weil die Medikamente den Appetit dämpfen und die Magenentleerung verzögern
können (was die Blutzuckerantwort auf die Mahlzeiten verändert).

Die wichtigsten Prinzipien lauten:

  • Kohlenhydrate gleichmäßig verteilen: Verteilen Sie die Kohlenhydrate gleichmäßig über
    den Tag statt eine sehr große, kohlenhydratreiche Mahlzeit zu essen. Das reduziert einen
    starken und sehr schnellen Blutzuckeranstieg.
  • Auf die Qualität der Kohlenhydrate achten: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse
    und Beerenobst haben im Vergleich einen niedrigeren glykämischen Index (dieser stellt die
    Geschwindigkeit des Blutzuckeranstieges fest) und führen zu sanfterem Anstieg der Glukose
    im Blut. Vermeiden Sie große Mengen an schnellem Zucker (z.B. Süßigkeiten oder
    Softdrinks).
  • Einsatz von Protein bei jeder Mahlzeit: Eiweißhaltige Lebensmittel erhöhen die Sättigung
    und haben keinen Einfluss auf die Glukosewerte. Mögliche Quellen sind z.B. Quark,
    Hüttenkäse, Eier, Fisch, mageres Fleisch oder Tofu und können eine gute
    Lebensmittelauswahl sein.
  • Fasern und Volumen nutzen: Ballaststoffreiche und/oder volumenreiche Lebensmittel (z.B.
    Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, Hafer) verlangsamen die Kohlenhydrataufnahme und helfen,
    den Blutzucker moderat ansteigen und wieder sinken zu lassen, was sich wiederum auch
    positiv auf die Sättigung auswirkt.
  • Essensreihenfolge beachten: Gemüse/Protein vor stärkehaltigen Komponenten essen
    macht einen Unterschied. Die angepasste Reihenfolge lässt den Blutzucker nach der
    Mahlzeit langsamer ansteigen. Praktisch umgesetzt bedeutet das z.B.: zuerst Salat/Gemüse
    und Protein, dann Brot/Kartoffel/Reis.

Fazit: Chancen und Verantwortung

Die „Abnehmspritzen“ Ozempic, Mounjaro und Wegovy können sich sowohl positiv auf das
Gewicht als auch auf den Blutzucker auswirken. Sie beeinflussen sowohl den tatsächlichen
Anstieg der Glukose, als auch die Geschwindigkeit, mit der die über die Ernährung
aufgenommenen Kohlenhydrate ins Blut gelangen. Die richtige Ernährung ist ein wirkungsvoller
Hebel, um Blutzuckerschwankungen abzumildern. Sprechen Sie hierzu gerne Ihre
Ernährungsberaterin bei The Body Clinic an.

 

Quellen

  • https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2107519?utm
  • https://assets.ctfassets.net/mpejy6umgthp/4KzdMCzXwIcAoJk2sK8l0D/
    61da33585e923c23ec31ff7bec279914/VV-
    TZPPT3_OW2024_JASTREBOFF_SURMOUNT1_THREE_YEAR_DV-021720_V4.4.pdf?utm
  • https://guidelines.diabetes.ca/cpg/chapter11?utm
  • S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes
  • Literaturquelle: Jessie Inchauspé: Der Glukosetrick
Nach oben scrollen