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Fett nicht verteufeln: Warum gesunde Fette wichtig bleiben, auch bei Kalorienreduktion

Wer abnehmen möchte, ob mit Unterstützung moderner Abnehmspritzen oder klassischem Ernährungscoaching, denkt oft zuerst: Fett muss weg. Schließlich liefert Fett mit 9 kcal pro Gramm mehr als doppelt so viele Kalorien wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. Doch genau hier liegt ein weitverbreiteter Irrtum. Fett ist nicht der Feind, sondern ein essenzieller Bestandteil einer gesunden, nachhaltigen Gewichtsreduktion.

Warum Fett für den Körper unverzichtbar ist

Fette übernehmen im Körper zahlreiche lebenswichtige Funktionen. Sie sind notwendig für:

  • die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K)
  • die Bildung von Hormonen
  • gesunde Zellmembranen
  • die Gehirnfunktion und Nervenleitung
  • ein langanhaltendes Sättigungsgefühl

Gerade während einer Kalorienreduktion, egal ob mit oder ohne Abnehmspritze, ist es entscheidend, den Körper weiterhin ausreichend mit diesen Nährstoffen zu versorgen. Ein zu stark fettarmes Essen kann langfristig zu Mangelerscheinungen, Heißhunger und hormonellen Dysbalancen führen.

Fett und Abnehmspritzen: ein wichtiges Zusammenspiel

Abnehmspritzen (z. B. GLP-1-Analoga) reduzieren den Appetit und verlangsamen die Magenentleerung. Viele Menschen essen dadurch automatisch weniger. Genau deshalb ist Nährstoffdichte besonders wichtig.

Gesunde Fette helfen hier gleich mehrfach:

  • Sie sorgen trotz kleinerer Portionen für Sättigung.
  • Sie stabilisieren den Blutzucker.
  • Sie machen Mahlzeiten geschmackvoller und besser verträglich.

Ein kompletter Fettverzicht kann dagegen Übelkeit, Energielosigkeit oder starkes Craving fördern, Symptome, die den Therapieerfolg gefährden können.

Welche Fette sind „gesund“?

Nicht alle Fette sind gleich. Entscheidend ist die Qualität.

Empfehlenswert:

  • Ungesättigte Fettsäuren aus Olivenöl, Rapsöl, Avocado
  • Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch (z. B. Lachs, Makrele), Leinsamen, Walnüssen
  • Nüsse und Samen in moderaten Mengen

Eher begrenzen:

  • stark verarbeitete Transfette
  • gesättigte Fette aus stark verarbeiteten Lebensmitteln
  • große Mengen tierischer Fette (fettreiches Fleisch, Wurst, Käse)

Fett macht nicht automatisch dick

Gewichtszunahme entsteht nicht durch Fett allein, sondern durch ein anhaltendes Kalorienplus. Studien zeigen, dass Ernährungsformen mit moderatem Fettanteil, wie die mediterrane Ernährung, sowohl die Gewichtsabnahme als auch die Stoffwechselgesundheit unterstützen können.

Gerade in Kombination mit professionellem Ernährungscoaching lernen Patient:innen, Fett gezielt und sinnvoll einzusetzen, statt es pauschal zu vermeiden.

Fazit: Fett bewusst einsetzen statt streichen

Auch bei Kalorienreduktion und Abnehmtherapie gilt: Fett ist kein Gegner, sondern ein Werkzeug.

Die richtige Auswahl und Menge gesunder Fette unterstützt Sättigung, Nährstoffversorgung und langfristigen Erfolg und macht eine Ernährungsumstellung alltagstauglich und genussvoll.

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Fette in der Ernährung
  • WHO (2023): Healthy diet – fats and fatty acids
  • Hall et al. (2022). Energy balance and body weight regulation. The American Journal of Clinical Nutrition
  • Estruch et al. (2018). Primary prevention of cardiovascular disease with a Mediterranean diet. NEJM
  • Astrup et al. (2020). Dietary fat and obesity: still an open question. The Lancet Diabetes & Endocrinology
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