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Realistische Zielsetzung beim Abnehmen – warum „so schnell wie möglich“ selten nachhaltig ist

Warum schnelle Abnehmerfolge so verlockend sind

Viele starten mit dem festen Vorsatz: „In kurzer Zeit möchte ich möglichst viel Gewicht abnehmen“. Klar, schnell sichtbare Ergebnisse motivieren uns, zumindest zu Beginn. Crash-Diäten oder sehr starke Kaloriendefizite versprechen große Gewichtsveränderungen in kurzer Zeit. Leider ist dieses Vorhaben meistens nicht nachhaltig.

Die Schattenseite von zu schnellen Methoden

Muskelabbau und Stoffwechselverlangsamung

Wenn man sehr rasch Gewicht verliert, vor allem mit einer stark reduzierten Kalorienzufuhr, geht oft eher die Muskel- anstelle der Fettmasse verloren. Muskeln verbrauchen mehr Energie als Fettgewebe, und ihr Verlust senkt den Grundumsatz (die Kalorienmenge, die der Körper in Ruhe verbraucht). Außerdem sind strenge Diäten und stark eingeschränktes Essverhalten häufig mit Heißhunger und einem geringen Gefühl von Sättigung verbunden.

Jo-Jo-Effekt & Rückkehr zum alten Gewicht

Studien zeigen: Viele Menschen nehmen nach einer extremen Diät einen Großteil des abgebauten Gewichts zu (teilweise sogar mehr, wenn die Ernährungsumstellung nicht nachhaltig gestaltet wird).

 Psychische Belastung, Frustration und Motivationstiefs

Hohe Erwartungen, die wir an uns stellen, und dann nicht erfüllt werden, führen zu Enttäuschung. Es gibt uns schnell das Gefühl, versagt zu haben und damit sinkt oft die Motivation. Die Folge: Man gibt schnell auf oder greift wieder zu alten, ungesunden Mustern. Unrealistisch hohe Ziele führen eben nicht automatisch zu besseren Ergebnissen.

Wie viel Gewichtsverlust pro Woche ist eigentlich vernünftig?

Studien zeigen, dass ein wöchentlicher Verlust von etwa 0,5-1 kg/Woche (je nach Ausgangsgewicht, Gesundheits- und Lebensumstände sowie Trainingsstand) sinnvoll ist, da schnelleres Abnehmen zu mehr Verlust an Muskelmasse als Fettgewebe führt.

Tipps für realistische Zielsetzung

Setzen Sie Zwischenziele statt nur Endziele

Beispiel: „In 12 Wochen 5 % weniger Gewicht“ statt sofort „20 kg in 4 Wochen“.

Achten Sie auf genügend Proteinzufuhr & Training

Um den Muskelerhalt sicherzustellen, insbesondere wenn Kalorien reduziert werden. Tipp: Die Art der Bewegung sollte keine Überwindung kosten, im besten Fall sogar Freude bereiten. Suchen Sie sich also eine Form der Bewegung oder eine Sportart, die sich gut anfühlt.

Erhöhe die Nachhaltigkeit, statt auf Beschränkung zu setzen

Kleine Änderungen (mehr Bewegung, bessere Auswahl bei Lebensmitteln) sind oft leichter durchzuhalten und führen zu stabileren Gewohnheiten. Machen Sie sich bewusst, wie Ihr Alltag aussieht. Arbeitszeiten, Familie und soziale Verpflichtungen beeinflussen, wie stark und wie schnell Veränderungen realistisch umsetzbar sind.

Langfristig denken statt kurzfristig „ernten“

Ihre Gesundheit, Ihr Wohlbefinden/Körpergefühl, Ihre Energie und Ihre Zufriedenheit sind oft die besseren Maßstäbe als die Zahl auf der Waage.

Quellen

  • S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ (2024)

  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21593294/

  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33502906/

  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35623805/

  • https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jhn.12390?utm_


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