Patientenaufklärung
Informationen zu Ihrem Termin und zur Anwendung von GLP-1-Rezeptor-Agonisten
Liebe Patientin, lieber Patient,
Wir freuen uns auf den Termin mit Ihnen! Bei medikamentös unterstützten Programmen können bei ärztlicher Indikation Medikamente aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten eingesetzt werden.
Bitte lesen Sie die folgenden Informationen vor Ihrem Termin aufmerksam durch: sie enthalten wichtige Hinweise zu Wirkung, Anwendung, Risiken und möglichen Nebenwirkungen.
Beachten Sie bitte außerdem, dass wir eine Privatpraxis sind. Behandlungen mit GLP-1 Medikamenten starten ab 345 Euro monatlich (Preisübersicht hier). Für Videosprechstunden nutzen Sie bitte die Doctolib-App auf Ihrem Smartphone oder den Google Chrome Browser auf Ihrem PC.
1. Was sind GLP-1-Rezeptor-Agonisten?
GLP-1-Agonisten sind Medikamente, die das körpereigene Hormon GLP-1 nachahmen. Dieses Hormon:
- fördert die Insulinfreisetzung,
- hemmt die Glukagonfreisetzung,
- verzögert die Magenentleerung,
- reduziert das Hungergefühl.
Beispiele: Semaglutid (Ozempic®, Wegovy®), Tirzepatid (Mounjaro®)
2. Ziele der Therapie
- Gewichtsreduktion
- Verbesserung des Blutzuckerspiegels
- Reduktion des kardiovaskulären Risikos (v. a. bei Diabetes)
3. Anwendung
- Wöchentliche subkutane Injektion (in die Bauchhaut, Oberschenkel oder Oberarm)
- Dosissteigerung erfolgt schrittweise gemäß ärztlicher Vorgabe
4. Häufige Nebenwirkungen
GLP-1-Agonisten beeinflussen den Magen-Darm-Trakt – daher treten folgende Beschwerden besonders zu Beginn häufig auf:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall oder Verstopfung
- Völlegefühl, Appetitverlust
- Aufstoßen, Blähungen
Seltene, aber schwerwiegende Risiken
- Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
Symptome: starke Oberbauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können
- Gallenblasenerkrankungen (z.B. Gallensteine)
- Nierenfunktionsstörungen durch Dehydrierung (z. B. Nierensteine)
- Verzögerte Magenentleerung (Gastroparese)
- Schilddrüsentumoren (in Tierversuchen, nicht gesichert beim Menschen)
→ bei persönlicher oder familiärer Vorgeschichte von medullärem Schilddrüsenkarzinom (MTC) ist die Anwendung nicht möglich.
6. Gegenanzeigen – Vorsicht ist u.a. geboten bei:
- Pankreatitis in der Vorgeschichte
- Schilddrüsentumoren oder MTC in der Familie
- Schwere Magen-Darm-Erkrankungen
- Schwangerschaft oder Stillzeit
- Diabetes Typ 1
7. Was Sie beachten sollten:
- Beginnen Sie mit kleinen Portionen – essen Sie langsam.
- Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
- Bei starken Nebenwirkungen oder anhaltenden Symptomen suchen Sie bitte umgehend ärztliche Hilfe.
- Melden Sie uns jede ungewöhnliche Reaktion oder neue Beschwerden.